Es war nur eine Frage der Zeit. Nach den in Suzuka aufgekommenen Verdachtsmomenten beschloss die FIA, Maßnahmen zu ergreifen: Der Trick, den das Mercedes-AMG Petronas Formula One Team und Red Bull Racing im Zusammenhang mit dem MGU-K angewendet haben, wird nun genauer untersucht.

Wenn die FIA Licht in einen Graubereich bringt
Alles geht auf das Reglement von 2026 zurück, das die elektrische Leistungsabgabe auf Geraden streng regeln soll. Theoretisch muss die Leistung schrittweise reduziert werden, um die Batterie zu schonen. Doch in der Praxis haben einige Teams Wege gefunden, diese Grenze zu verschieben. Das Prinzip? Eine perfekt kalibrierte Abschaltung des MGU-K-Systems am Ende einer Runde. Ein Manöver, das es ihnen laut mehreren Analysen ermöglichte, die maximale Leistung länger vor der Ziellinie aufrechtzuerhalten. Ein unbedeutendes Detail? Nicht wirklich.
Bei einer Meisterschaft, in der alles durch Tausendstelsekunden entschieden wird, kann die Einsparung zusätzlicher Energie auf wenigen Dutzend Metern den entscheidenden Unterschied in der Qualifikation ausmachen.
Suzuka, der Wendepunkt
Die ersten Warnzeichen traten beim Großen Preis von Japan auf. Ungewöhnliches Fahrverhalten, plötzlicher Geschwindigkeitsverlust… und mitunter grenzwertige Fahrlinien in schnellen Kurven. Mehrere Fahrer waren betroffen, darunter Kimi Antonelli et Max VerstappenSchwierigkeiten in den Esses. Sogar Alex Albon musste seinen Einsitzer während der Testfahrten anhalten. Genug, um Verdacht zu erregen… und den FIA Dem sollte man weiter nachgehen.
Ein technischer Fehler… aber nicht ohne Risiko
Das System hatte seine Nachteile. Durch das Abschalten des MGU-K lösten die Teams eine temporäre Systemsperre von etwa einer Minute aus. Ein Handicap im Rennen. Im Qualifying hingegen? Deutlich weniger. Es reichte aus, diese Einschränkung in der Auslaufrunde zu kompensieren, um sich in der fliegenden Runde einen Vorteil zu verschaffen. Eine grenzwertige Nutzung, die zwar den Absichten der Ingenieure entsprach, aber deutlich weniger mit dem Reglement vereinbar war.
Die FIA zieht die Schlinge enger
Angesichts dieser Grauzone FIA Sie reagierten schnell. Es fanden Gespräche mit den Teams statt, und vor allem wurde eine technische Klarstellung vorgenommen. Die Botschaft ist eindeutig:
Die Abschaltung der MGU-K bleibt zulässig… jedoch nur in berechtigten Fällen (technisches Problem oder Sicherheitsrisiko).
Es geht nicht darum, es als Performance-Tool einzusetzen. Der Fokus liegt vielmehr auf dem strategischen Einsatz bestimmter elektronischer Funktionen, die ursprünglich für Ausnahmesituationen gedacht waren.
Miami steht unter strenger Überwachung
Eine direkte Folge: Im Vorfeld des Großen Preises von Miami werden sämtliche Telemetriedaten genauestens geprüft. Und diesmal gibt es kein Verstecken mehr. Jede verdächtige Unterbrechung kann innerhalb von Sekunden identifiziert werden. Mercedes et Red BullDer Vorteil ist nun neutralisiert. Für die anderen eine Chance. Und für die FIAEine Botschaft an das Fahrerlager: Im Jahr 2026 können wir an die Grenzen gehen… aber nicht ohne Konsequenzen.
Hinter dieser technischen Frage verbirgt sich ein viel größerer Kampf: der Kampf um die Kontrolle über eine Regelung, die noch jung ist und bereits erprobt wird. FIA hat gerade die Kontrolle zurückgewonnen. Es bleibt abzuwarten, wer sich am schnellsten anpassen wird.








